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Wichtige Ausbildungselemente

Personenorientierung in der Ausbildung

1. Personenorientierte Ausbildung mit Coachingelementen

Die personenorientierte Beratung mit Coachingelementen ist ein verpflichtendes Element in der zweiten Phase der Lehrerausbildung. Sie zielt darauf ab, die Lehramtsanwärterin/den Lehramtsanwärter bzw. die Lehrkraft in Ausbildung bei der Aneignung der Lehrerrolle und bei der Entwicklung ihrer Berufspersönlichkeit individuell zu begleiten und zu unterstützen. Dadurch sollen die professionellen Perspektiven erweitert und ggf. eine Veränderung des professionellen Handelns angeregt werden. Ziel ist es, eine bestmögliche Entfaltung aller Potenziale zu erreichen. Personenorientierte Beratung bedeutet nicht vorrangig Krisenintervention, sondern hat vielmehr zum Ziel, zukünftige Lehrerinnen und Lehrer bei der Bewältigung ihrer beruflichen Aufgaben zu unterstützen und mit ihnen entsprechende Handlungsansätze zu entwickeln.

Coaching-Anlässe ergeben sich aus den Ausbildungsprinzipien einer personenorientierten Ausbildung. Sie resultieren aus Unterrichtsbesuchen, der überfachlichen und fachlichen Ausbildung und den professionsbezogenen individuellen Bedarfen der LAA. Die Beratung kann z.B. bei der Bewältigung des komplexen Berufsalltags helfen, die persönliche professionsgebundene Standortbestimmung unterstützen, der Analyse und Weiterentwicklung des eigenen Lehrerhandelns dienen, Positionsbestimmungen in Entscheidungssituationen begleiten etc.

Voraussetzung für erfolgreiche Beratungsgespräche ist die absolute Verschwiegenheit.

2. Individuelle fachbezogene und überfachliche Ausbildungsberatung

Fachbezogene und überfachliche Ausbildungsberatung sind grundlegende Pfeiler der Ausbildung in Seminar und Schule. Sie erfolgt im Zusammenhang mit dem Unterricht unter Anleitung bzw. mit dem Unterricht, der von den Lehramtsanwärterinnen und -anwärtern bzw. den Lehrkräften in Ausbildung selbstständig erteilt wird. Individuelle Beratung ist selbstverständlicher Bestandteil jeder Unterrichtsnachbesprechung.

Zur Ausbildungsberatung in der fachlichen Ausbildung gehört auch, dass die Lehramtsanwärterin/der Lehramtsanwärter bzw. die Lehrkraft in Ausbildung jederzeit eine an den Ausbildungsstandards orientierte Rückmeldung zum Ausbildungsstand erhalten kann.

Die Beratung erfolgt standardorientiert und kriterienorientiert. Sie orientiert sich an den Kriterien für guten Unterricht bzw. den vom Kerncurriculum geforderten Kompetenzen und Standards. Die Seminarausbilder setzen in diesem Zusammenhang ein Kompetenztableau ein.

Die Lehramtsanwärterinnen und -anwärter bzw. die Lehrkräfte in Ausbildung erhalten dabei Hinweise über den jeweils erreichten individuellen Ausbildungsstand. Die Beratungsergebnisse werden von den Lehramtsanwärterinnen und -anwärtern bzw. von den Lehrkräften in Ausbildung im Portfolio dokumentiert. Weitere Beratungsanlässe können sich aus allen Handlungsfeldern ergeben.

3. Portfolio-Arbeit

Das „Portfolio Praxiselemente“ soll die gesamte Lehrerausbildung vom Eignungspraktikum bis zum Ende des Vorbereitungsdienstes langfristig berufsbegleitend begleiten. Die Portfolio-Arbeit ist verpflichtender Bestandteil der Seminararbeit. Die Lehramtsanwärterinnen und -anwärter bzw. die Lehrkräfte in Ausbildung dokumentieren und reflektieren hier den systematischen Aufbau berufsbezogener Kompetenzen in den einzelnen Praxisphasen.

4. Eingangs- und Perspektivgespräch (EPG) / Ausbildungs- und Planungsgespräch (APG)

Das Eingangs- und Perspektivgespräch findet in den ersten sechs Wochen der Ausbildung statt. Es hat zum Ziel, bereits erworbene berufsbezogene Kompetenzen v.a. aus dem Praxissemester deutlich zu machen und weitere Perspektiven zu entwickeln. Ausgangspunkt ist eine von der Lehramtsanwärterin / vom Lehramtsanwärter gehaltene Unterrichtsstunde. Dabei handelt es sich jedoch nicht um einen Unterrichtsbesuch im klassischen Sinne. Planung und Durchführung der Stunde bieten vielmehr den Referenzrahmen für das Eingangs- und Perspektiv-Gespräch.

Lehrkräfte in Ausbildung führen während der Einführungsphase ein Ausbildungs- und Planungsgespräch (APG). Vor dem Ablauf des ersten Ausbildungsjahres findet ein zweites Ausbildungsplanungsgespräch statt.

5. Selbstgesteuertes Lernen in Selbstlerngruppen

Die Arbeit in festen Lerngemeinschaften fördert nachhaltig den Kompetenzaufbau zukünftiger Lehrerinnen und Lehrer. Die Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen mit gleichen beruflichen Anliegen und Herausforderungen stellt eine Hilfe zur systematischen Unterrichtsentwicklung dar und fördert die Unterrichtsqualität im Arbeitsalltag. Darüber hinaus dient sie auch der Arbeitsentlastung. Das Seminar unterstützt die Referendarinnen und Referendare bzw. die Lehrkräfte in Ausbildung bei Aufbau und Durchführung von stabilen Lerngemeinschaften. Dabei handelt es sich sowohl um Schulgruppen als auch um Fachgruppen.

Leistungskonzept

Ausbildungs- und Leistungskonzept bilden für uns eine Einheit. Dementsprechend sind die im Kerncurriculum genannten Kompetenzen und Standards Leitlinien für unser Ausbildungs- und Leistungskonzept. Leistungen können grundsätzlich in allen Handlungsfeldern erbracht werden.

Eine kriterienorientierte und transparente Leistungsbewertung ist ein zentraler Grundpfeiler unseres Leistungskonzeptes, das mit Hilfe eines Kompetenztableaus für alle Beteiligten sichtbar gemacht wird.

Basis für die Leistungsbewertung sind die Unterrichtsbesuche. Die Unterrichtsbesuche dienen der Anleitung, Beratung, Unterstützung und Beurteilung.

In der Regel finden zehn Unterrichtsbesuche statt, davon fünf in jedem Fach. Diese können auch im selbstständigen Unterricht erfolgen. Jeweils zwei Unterrichtsbesuche sollten nach Möglichkeit in der Sekundarstufe II stattfinden.

Die Lehramtsanwärterinnen und -anwärter legen zu den Besuchen eine kurz gefasste Planung vor. Ein Unterrichtsentwurf wird nicht gesondert benotet, findet aber als Beleg der Planungs- und Reflexionskompetenz Eingang in die abschließende Beurteilung. Mindestens ein Unterrichtsentwurf wird von den jeweiligen Seminarausbilderinnen und -ausbildern detailliert kommentiert.

Beim ersten und zweiten Unterrichtsbesuch erfolgt eine klare Rückmeldung über gelungene und verbesserungsfähige Aspekte ohne Noteneinschätzung. Bezugspunkt sind die Kompetenzen und Standards, die im Verlauf der Ausbildung erreicht werden sollen (vgl. Kompetenztableau).

Nach dem dritten Unterrichtsbesuch erhalten die Lehramtsanwärterinnen und -anwärter bzw. die Lehrkräfte in Ausbildung eine begründete Bewertung auf der Basis des Kompetenztableaus verbunden mit einem Notenbereich. Dabei wird festgehalten, inwieweit die im Leistungskonzept genannten Kompetenzen erreicht worden sind. Dabei gibt es zwei Bereiche:

  • prozessbezogene Bewertung und Beurteilung: Diese orientiert sich an der individuellen Kompetenzentwicklung der Lehramtsanwärterinnen und -anwärter;
  • die Bewertung und Beurteilung unter UPP-Bedingungen mit Blick auf die konkrete Stunde.

Die Lehramtsanwärterinnen und -anwärter erhalten von den Seminarausbilderinnen und -ausbildern vor der Prüfung Beurteilungsbeiträge. Hier wird dargelegt, inwieweit die vom Kerncurriculum geforderten Kompetenzen erreicht sind. Dabei sind sowohl die fachlichen als auch die überfachlichen Kompetenzen in ihrer Gesamtheit zu bewerten.

Bewertungsrelevant ist der gesamte Ausbildungszeitraum. Die Beurteilungsbeiträge der Fachleitungen müssen wie die Langzeitbeurteilung die während des gesamten Vorbereitungsdienstes gezeigte Leistung bewerten. Sie dürfen sich im Sinne des Charakters einer Langzeitbeurteilung nicht nur auf die letzten und vermeintlich leistungsstärksten Monate der Ausbildung beziehen.

Die Lehramtsanwärterinnen und -anwärter bzw. die Lehrkräfte in Ausbildung können von den Seminarausbilderinnen und Seminarausbildern jederzeit Auskunft über ihren Ausbildungsstand erhalten (OVP 2011 in der Fassung von 2016 §10,5).

Auf der Grundlage der Beurteilungsbeiträge wird die Langzeitbeurteilung des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung erstellt. Sie besteht aus den Beurteilungsbeiträgen und endet mit den aus den beiden zuletzt angefertigten Beurteilungsbeiträgen übernommenen Noten in den Fächern sowie mit einer Endnote und deren Begründung.

Wenn die erreichten Kompetenzen in einem Fach den Anforderungen nicht genügen, muss die Langzeitbeurteilung insgesamt mit der Note „mangelhaft“ oder „ungenügend“ abschließen (vgl. OVP 2011 in der Fassung von 2016, §16).

Im Seminar GyGe verstehen wir die Arbeit im Fachseminar als Lernsituation. Demensprechend ist die Fachseminararbeit ein benotungsfreier Raum.

Evaluationskultur

Die Evaluationskultur hat im Seminar GyGe in Leverkusen traditionsgemäß einen hohen Stellenwert. Interne Evaluationen auf Fach- und Kernseminarebene werden regelmäßig durchgeführt. Die Ergebnisse werden in den lebendigen Diskussionsprozess mit den Auszubildenden zurückgeführt und dienen hier der Prozesssteuerung und -optimierung und damit der Steigerung der Ausbildungsqualität.

Das Evaluationskonzept beruht auf zwei Säulen: Zum einen gibt es eine prozessbegleitende Evaluation, die in der Mitte und am Ende der Ausbildung in den Fach- und Kernseminaren durchgeführt wird. Die Ergebnisse fließen in Arbeit der Fach- und Kernseminare zurück und werden dort aufgearbeitet. Zum anderen gibt es am Ende der Ausbildung eine systemische Evaluation, die die Seminarentwicklung in den Blick nimmt. Hierbei geht es darum, die Ausbildungsangebote des Seminars GyGe im Zfsl Leverkusen als System zu überprüfen und zu optimieren.

Außerdem findet zum Abschluss der Ausbildung ein Evaluationsgespräch zwischen den Sprecherinnen und -sprechern der Kernseminare, Vertreterinnen und Vertretern des Fachleiterkollegiums und der Seminarleitung statt.

Weitere Behörden und Einrichtungen

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